Spanien von oben - Geschichte(n) eines Landes - Al-Andalus - Das islamische Spanien

Folge: 2

12.6.19
15:20 bis 15:50 Uhr
Geschichtsdoku
F
2019
Nach dem Rückzug der Römer um 410 blieb die Iberische Halbinsel 300 Jahre lang Siedlungsgebiet der Westgoten. Dann drangen im Jahr 711 vom Süden her arabisch-berberische Heerscharen aus dem Maghreb nach Gibraltar vor, um anschließend die Iberische Halbinsel in einem rasanten Eroberungszug zu unterwerfen. In der Schlacht am Río Guadalete, 150 Kilometer nördlich von Gibraltar, fiel der Westgotenkönig Roderich; sein Heer wurde von Tarik Ibn Sijad vernichtend geschlagen. Die Niederlage markierte den Beginn der islamischen Expansion. Binnen fünf Jahren war die gesamte Halbinsel besetzt; die muslimischen Eroberer ließen sich 900 Kilometer weiter nördlich in Galicien nieder. Diese Herrschaft dauerte fast 800 Jahre, so dass sich das Spanien des Mittelalters zivilisatorisch zwischen Orient und Okzident aufspaltete - in das islamische Al-Andalus und das christliche Hispanien. Die islamische Herrschaft brachte einen Umbruch in der Geschichte der Iberischen Halbinsel; sie prägte und bereicherte die spanische Kultur. Die Mauren planten und erbauten Städte, darunter Algeciras, das bereits 711 als eine der ersten Befestigungen entstand; auf sie gehen Prachtbauten wie die Moschee in Córdoba oder auch der bis heute erhaltene, als letzte Bastion gegen die katholischen Könige errichtete Alhambra-Palast in Granada zurück. Diese Meisterwerke islamischer Baukunst verdienen einen besonderen Platz im spanischen Kulturerbe, bezeugen sie doch die kulturelle und künstlerische Blüte, die Spanien in jenem goldenen Zeitalter erreichte.

Regie

Mike Magidson